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Nationale und internationale Kooperationen in English
Das Institut hat in der Herstellung bilateraler, besser noch multilateraler Kommunikation von Anfang an einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit gesehen und von vornherein aus dem sozialen Teilsystem Wissenschaft heraus ganz bewusst einen Beitrag zum übergreifenden Europagedanken leisten wollen. Es war in diesem Zusammenhang nicht von ungefähr, dass es in seinen Aufbaujahren von einem Kuratorium unter dem Vorsitz von Professor Walter Hallstein beraten wurde. Wie wenige andere Persönlichkeiten verkörperte er die Verbindung der Arbeit des Instituts mit der Suche nach den Gemeinsamkeiten der europäischen Rechtskultur in Vergangenheit und Zukunft.

Ein Wissenschaftsnetzwerk des neunzehnten Jahrhunderts: Die Korrespondenz K.J.A. Mittermaiers

Ein Wissenschaftsnetzwerk des neunzehnten Jahrhunderts: Text Link InternDie Korrespondenz K.J.A. Mittermaiers

Eine wissenschaftliche Einrichtung, die sich also gleichsam von Hause aus dem Thema der europäischen Unitarisierung eng verbunden sieht, muss die grundlegenden Veränderungen, wie sie sich in der jüngsten Vergangenheit in den Gesellschaften Osteuropas vollzogen haben, als besondere Herausforderung erleben. Wenn auch die Institutsgründung sehr stark im Zeichen der westeuropäischen Integration gestanden hat, so hat das Max-Planck-Institut doch die Kontakte nach Osteuropa schon zu Zeiten verdichtet, als dies noch keineswegs zum selbstverständlichen guten Ton gehörte. Insbesondere entstanden schon frühzeitig intensive Kontakte zu polnischen Rechtshistorikern, aber auch andere Staaten des ehemaligen Ostblocks fanden eine über das "Normalmaß" hinausgehende Beachtung. In einer Situation, in der die osteuropäischen Umbruchsgesellschaften auch aus völlig legitimen symbolischen Gründen nach gesamteuropäischen Traditionen suchten und suchen, sieht sich das Institut daher in der glücklichen Lage, diesem Bedarf unverkrampft Rechnung tragen zu können.

Auch im Hinblick auf die neuen Herausforderungen gilt wie zu Zeiten der Institutsgründung, dass das Konzept einer europäischen Rechtsgeschichte bei Grundsätzlichem nicht stehen bleiben darf. Vielmehr muss sich die internationale Ausrichtung der Forschung gerade auch im wissenschaftlichen Alltag immer wieder aufs Neue unter Beweis stellen, soll mehr geleistet werden als letztlich wohlfeile symbolische Beteuerungen. Insoweit ist es dem Institut gelungen, ein dichtes Netz von Anknüpfungspunkten für einen stetigen gesamteuropäischen Diskurs über die Historizität der gegenwärtigen Rechtsordnung entstehen zu lassen. Dabei machen die gewiss bedeutsamen förmlichen Kooperationsvereinbarungen mit führenden wissenschaftlichen Einrichtungen in Ost und West nur einen Teil, vielleicht noch nicht einmal den Hauptteil der Aktivitäten aus. Heute bestehen Auslandsbeziehungen zu einer Vielzahl wissenschaftlicher Institutionen in aller Welt, für die die Orte Berkeley, Florenz, Groningen, Madrid, Mailand, Montpellier, Neapel, Lund und Moskau nur stellvertretend genannt seien.

Die turnusmäßigen Vortragsveranstaltungen (meist am Montagabend) und die über das ganze Jahr stattfindenden wissenschaftlichen Tagungen sind ein kontinuierlich ausgebautes Forum des europäischen Austausches. Sie werden durch Forschungs- und Vortragsreisen der Institutsangehörigen sinnvoll ergänzt. Montags findet in der Regel zudem um 16 Uhr ein "Stipendiatenkaffee" statt, bei dem Mitarbeiter und Gäste in zwangloser Form über ihre Forschungen berichten. Weitere Kommunikationsgelegenheiten bietet das Foyer des Instituts, wo eine Auswahl nationaler und internationaler Presse ausliegt. Auch die Zeitschriften und Reihen, die in der Verantwortung des Instituts erscheinen, sind ganz bewusst als Medien der supranationalen Kommunikation konzipiert. Eine erhebliche Bedeutung ist schließlich den Stipendien beizumessen, die seit der Institutsgründung, besonders aber seit Ende der achtziger Jahre mit kontinuierlich steigender Tendenz einer großen Zahl vor allem jüngerer ausländischer Forscher auch längere Aufenthalte in Frankfurt am Main ermöglichen.

Schließlich war es von Anfang an die Politik des Instituts, auch im Hinblick auf die Evaluation der Forschungsleistungen nationale Abschottungen zu überwinden. Im Text Link InternFachbeirat versammelten sich von Anfang an Experten aus verschiedenen europäischen Ländern. Unter den Mitgliedern des derzeit neunköpfigen Fachbeirats sind nur zwei deutsche Hochschullehrer.

 

 
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